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Aufbau & Funktionen der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule oder auch Rückgrat genannt, ist das zentrale, tragende Element in unserem Skelettsystem. Sie stützt unseren Körper und ermöglicht die aufrechte Haltung sowie Bewegungen in verschiedene Richtungen. Außerdem verbindet sie alle anderen Teile des Skeletts direkt oder indirekt miteinander. Im Inneren der Wirbelsäule umschließt der Wirbel- oder Spinalkanal das empfindliche Rückenmark und schützt es vor Verletzungen.

Artikel vom 05. Mai 2023
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Die Doppel-S-Krümmung der Wirbelsäule

Von der Seite betrachtet stellt sich die Wirbelsäule als doppelte S-Form dar. Diese Form entsteht erst nach der Geburt und ist wichtig, um Lasten wie beispielsweise Erschütterungen abzuschwächen und zu verteilen. Die typische Krümmung ermöglicht zudem den aufrechten Gang.

Der vertikale Aufbau der Wirbelsäule:

Wirbel

Die Wirbelsäule setzt sich aus insgesamt 24 beweglichen und neun-zehn starren Wirbeln zusammen.

  • 7 Halswirbel (Zervikalwirbel) der Halswirbelsäule (HWS)
  • 12 Brustwirbel (Thorakalwirbel) der Brustwirbelsäule (BWS)
  • 5 Lendenwirbel (Lumbalwirbel) der Lendenwirbelsäule (LWS)
  • 5 miteinander verschmolzene Kreuzbeinwirbel (Sakralwirbel) des Kreuzbeins (Sakrum)
  • 4-5 rudimentäre Steißbeinwirbel (Kokzygealwirbel) des Steißbeins
Anatomie der Wirbelsäule, BALANCE 7

Die einzelnen Wirbel der verschiedenen Wirbelsäule-Abschnitte unterscheiden sich zwar teilweise in ihrer äußeren Form, sind sich im Grundaufbau jedoch sehr ähnlich. Jeder Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper und einem Wirbelbogen, der eine Öffnung in Form eines Dreiecks, umgibt. Im Inneren des Knochenmarkes der Wirbelkörper bilden sich stetig neue Blutzellen.

Durch die Stapelung der Wirbelknochen übereinander ergibt sich so im Zentrum der Wirbelsäule ein länglicher Hohlraum, der sogenannte Wirbelkanal. Im Wirbelkanal befindet sich das Rückenmark.

Auf jeder Ebene zweier benachbarter Wirbelbögen, bei welchen rechts und links jeweils ein sogenanntes Zwischenwirbelloch frei bleibt, tritt ein Rückenmarksnerv in die Arme oder Beine aus. Ist die Bauch- und Rückenmuskulatur nicht ausreichend trainiert, kann es zu Schäden an der Wirbelsäule kommen. Die einzelnen Abschnitte stehen dann nicht mehr physiologisch übereinander, sondern unphysiologisch. Das heißt, es kommt zu Krümmungen oder Verformungen der Wirbelsäule. Dies kann zu Schäden an den einzelnen Wirbelkörpern führen.

Bandscheiben
Menschen besitzen 23 Bandscheiben, welche als elastische Verbindungsglieder zwischen jeweils zwei Wirbelkörpern agieren, mit Ausnahme vom ersten und zweiten Halswirbel sowie Kreuz- und Steißbeinwirbel. Eine Bandscheibe besteht aus einem relativ festen äußeren Faserring und einem im Inneren gelegenen zähflüssigen Gallertkern. Durch die sich aus ihrem Aufbau ergebende Flexibilität der Bandscheiben ermöglichen sie der Wirbelsäule Beweglichkeit und fangen Stöße durch Laufen, Springen usw. ab. Da die Bandscheiben bei Belastung Flüssigkeit verlieren und dünner werden, verringert sich die Größe eines Menschen im Laufe des Tages um ca. 1,5 bis 2 cm. In der Nacht nehmen die Bandscheiben bei Entlastung wieder Wasser und Nährstoffe auf, wodurch wir morgens wieder größer sind Verschleißerscheinungen und Fehlbelastungen, durch eine nicht ausreichend trainierte Bauch- und Rückenmuskulatur, können zu einer Zerstörung des Faserrings führen, wodurch es zu einem Bandscheibenvorfall (Austritt von Bandscheibenanteilen) kommen kann.

Schmerzen vorbeugen
Die oftmals monotone Arbeit und mangelnde Bewegung im Alltag gehören zu den Hauptursachen für Rückenschmerzen. Diese sind dann das erste Symptom für eine falsche Haltung und Fehlbelastungen.

Durch gezieltes Kräftigungs-, Mobilisations- und Stabilisationstraining können wir die Bauch- und Rückenmuskulatur stärken und somit Schmerzen und Verletzungen vorbeugen bzw. entgegenwirken. Unsere Rückenkurse helfen dabei, genau da anzusetzen, den Rücken zu kräftigen und Schmerzen vorzubeugen. Hier gelangst du zu unseren Rückenkursen.

Die Halswirbelsäule

Unsere Halswirbelsäule liegt, wenn man den Rumpf im Querschnitt betrachtet, im hinteren Bereich des Körpers und besteht aus 7 Halswirbeln, welche durch Bänder, Gelenke, Muskeln aber auch durch die Bandscheiben miteinander verbunden sind. Die Fortsätze der einzelnen Wirbel liegen dicht übereinander unter der Haut des Rückens. Bei manchen Menschen, besonders schlanken, sind sie sogar sichtbar.

Anatomie der Halswirbelsäule, BALANCE 7

Aufbau der Halswirbelsäule

Alle Wirbel sind nach einem einheitlichen Prinzip aufgebaut. Die Grundform aller Wirbel ist die Form eines Ringes oder Hohlzylinders, dessen vorderer Teil – außer beim ersten und zweiten Halswirbel – ein massiver, zylindrisch geformter Knochen mit einer Grund- und einer Deckplatte ist. Dieser sogenannte Wirbelkörper ist bei den Wirbeln der Halswirbelsäule kleiner als in der übrigen Wirbelsäule, da die Halswirbelsäule nur den Kopf stützen muss.

Atlas- der erste Halswirbel
Der erste Halswirbel (auch Atlas genannt), der den Kopf trägt, hat eine Sonderform – er besitzt keinen, wie oben beschriebenen Wirbelkörper, sondern hat eine Ringform mit einem kurzen vorderen und einem langen hinteren Bogen. Dicke Seitenteile werden zu stark ausladenden Querfortsätzen, welche die Wirksamkeit von daran ansetzenden Muskeln, die den Kopf drehen, erhöhen.

Axis- der zweite Halswirbel
Der Atlas ist mit dem zweiten Halswirbel (Axis) über ein Gelenk verbunden. Der Axis-Wirbel hat auf seiner oberen Fläche einen zapfenförmigen Fortsatz, den Zahn, der an seiner Vorderfläche mit Knorpel überzogen ist. Dieser Zahn greift in den vorderen Bogen des ersten Halswirbels und dient hinten als Gleitfläche für ein starkes Band, das zusammen mit anderen Bändern den Zahn in seiner Lage fixiert und damit auch das Rückenmark schützt.

Das Wirbelloch im Bereich der Halswirbelsäule
Das Wirbelloch – also das Loch im knöchernen Ring der Wirbel, dass bei allen Wirbeln den Wirbelkanal bildet, durch den das Rückenmark und die umgebenden Rückenmarkshäute vom Gehirn bis in den Sakralbereich verlaufen – ist bei der Halswirbelsäule größer und hat die Form eines Dreiecks mit runden Ecken.

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Mobilität der Halswirbelsäule

Die Halswirbelsäule trägt den Kopf und ermöglicht dessen Beweglichkeit. Die beiden Kopfgelenke zwischen der Schädelbasis und den beiden Halswirbeln, Atlas und Axis, sorgen für etwa 70 Prozent der Beweglichkeit des Kopfes gegenüber dem Rumpf.

Ein Vorbeugen des Körpers erfolgt besonders über eine quere Achse in der Halswirbelsäule. Die Möglichkeit einer Streckung und Beugung nach hinten ist besonders groß zwischen den unteren Halswirbeln. Eine Seitwärtsneigung ist in der Halswirbelsäule etwa gleich weit möglich wie in der Lendenwirbelsäule.

Eine Drehung um die senkrechte Achse ist am weitesten im Halsbereich möglich, da der Kopf mit seinen Hauptsinnesorganen Auge und Ohr eine möglichst große Beweglichkeit benötigt. Die Möglichkeit der Drehung um die senkrechte Achse nimmt vom Kopf nach unten zunehmend ab.

Die obere Gelenkfläche des Axis-Wirbels erlaubt durch ihre Neigung nach außen und abwärts eine starke Drehung des ersten Halswirbels (Atlas) und damit auch des Kopfes.

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule vorbeugen

Die Halswirbelsäule befindet sich in einer sogenannten physiologischen Lordose, das bedeutet, sie ist leicht nach vorne gewölbt. Häufig besteht das Problem, dass durch die Arbeit am Computer der Kopf nach vorne geschoben wird. Die physiologische Lordose wird dann noch starker ausgeprägt und es entsteht eine Hyperlordose. Diese kann verschiedene Auswirkungen auf die gesamte Haltung haben. Es entsteht eine Fehlbelastung der aktiven Strukturen, also der Muskeln sowie der passiven Strukturen, also der Bänder und Gelenke. Die Übernahme der Haltearbeit durch passive Strukturen kann zu Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich führen. Wenn die kleine Muskulatur der Halswirbelsäule die stabilisierende Arbeit nicht mehr leisten kann, wird diese von der globalen Muskulatur übernommen.

Dies kann zu Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich führen. Um diese Schmerzen zu vermeiden, ist es wichtig, die kleine Muskulatur der Halswirbelsäule zu trainieren.

Wenn Du außerdem im Alltag viel sitzt, solltest Du darauf achten, einer physiologischen Lordose vorzubeugen und Deinen Arbeitsplatz ergonomisch einrichten:

  1. Stuhlhöhe: Der Stuhl sollte so eingestellt sein, dass die Füße flach auf dem Boden stehen und die Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90 Grad bilden.
  2. Rückenlehne: Die Rückenlehne sollte möglichst senkrecht eingestellt sein, dass der Rücken bei aufrechtem Sitzen gestützt wird.
  3. Sitzfläche: Zwischen Sitzfläche und Kniekehle sollte ein kleiner Abstand sein (1-2 cm).
  4. Armstütze und Tischhöhe: Die Höhe der Armstützen und des Tisches sollte so eingestellt sein, dass die Ellbogen locker aufliegen, ohne dabei die Schultern anzuheben.
  5. Bildschirm: Der Bildschirm sollte gerade vor Dir stehen mit einem Abstand von mindestens einer Armlänge. Sollte etwas schwer lesbar sein, dann sollte die Schriftgröße erhöht werden, anstatt die Entfernung zum Bildschirm zu verringern.
  6. Tastatur und Maus: Die Tastatur sollte gerade vor Dir liegen, mit einem Abstand von ca. 15 cm zur Tischkante. So kannst Du die Handballen locker auf dem Tisch abstützen. Die Maus soll so nah wie möglich bei der Tastatur platziert werden.

Noch mehr tolle Tipps für einen starken und gesunden Rücken bekommst du in unseren Rückenkursen. Mit unseren Trainern Lisa und Hagen bekommst du perfekte Übungen an die Hand für mehr Stabilität, Mobilität und Kraft in deinem Rücken. Hier erfährst du mehr zu unseren Rückenkursen . Übrigens: Deine Krankenkasse übernimmt bis zu 100% der Kosten für unseren zertifizierten Gesundheitskurs.

Die Brustwirbelsäule

Aufbau der Brustwirbelsäule

Die Brustwirbelsäule ist der Abschnitt der Wirbelsäule zwischen Hals- und Lendenwirbelsäule. Sie besteht aus 12 Wirbeln und bildet zusammen mit den 12 Rippenpaaren und dem vorderen Brustbein unseren Brustkorb. Dieser schützt unsere lebenswichtigen Organe, das Herz und die Lungen.

Anatomie der Brustwirbelsäule, BALANCE 7

Bei einem gesunden Menschen weist die Brustwirbelsäule einen Bogen nach hinten auf, was als physiologische Kyphose bezeichnet wird. Aufgrund einer falschen Haltung kann es zu einer Hyperkyphose kommen. Das bedeutet, die Wirbelsäule ist dann zu stark nach hinten gewölbt. Diese verstärkte Kyphose muss dann durch eine verstärkte Lordose der Lendenwirbelsäule und der Halswirbelsäule ausgeglichen werden.

Eine Fehlhaltung der Brustwirbelsäule hat somit Auswirkungen auf den gesamten Körper und kann nicht nur im Rücken Schmerzen hervorrufen. Der Brustwirbel besteht aus einem Wirbelkörper, einem Wirbelbogen, einem Dornfortsatz und zwei Querfortsätzen.
Auf Höhe der Dornfortsätze befinden sich die Facettengelenke jeweils rechts und links, die es ermöglichen, dass sich die Brustwirbelsäule nach vorne und hinten beugen, zur Seite neigen und nach rechts und links drehen kann.

Die Brustwirbel sind im Vergleich zu den Halswirbeln deutlich kräftiger und werden nach unten durch die zunehmende Körperlast immer stärker und stabiler.

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Die Brustwirbelsäule hat im Wesentlichen 2 Funktionen

1. Statische Funktion:

  • Stützgerüst
  • Dämpfung von axialen Stößen
  • Schutz des Rückenmarkes

2. Dynamische Funktion durch Bewegung um drei Achsen:

  • Beugung: 35 Grad und Streckung: 25 Grad
  • Seitwärtsneigung: 20 Grad
  • Rotation: 40 Grad
  • Zwerchfell = Atemmuskel

Das Zwerchfell

Das Zwerchfell ist eine Muskel-Sehnen-Platte, welche die Brust- von der Bauchhöhle trennt und aussieht wie ein Kuppeldach. Er ist der wichtigste Atemmuskel und durch die Muskelkontraktion entsteht die Einatmung, dies ist seine Hauptfunktion. Das Zwerchfell hat 3 Ansätze: an den Lendenwirbeln, der Innenseite der 7. bis 12. Rippe und dem Brustbein. Somit ist die Beweglichkeit des Brustkorbes und der Wirbelsäule untrennbar mit der Atmung verbunden.

Die Funktionen:

  • Einatmung durch Kontraktion und Erzeugung eines Unterdrucks, sodass Luft in die
  • Lunge eingesogen wird
  • Mobilisation von Flüssigkeit durch Auf-und Abbewegung, z.B. Blut, Lymphe
  • Massage aller Bauchorgane, gut für die Verdauung
  • Stabilisierung der Wirbelsäule beim Heben und Tragen von Gewichten
  • Stimmmodulation durch Steuerung des Luftflusses entlang der Stimmbänder

Ist es verspannt, können folgende Probleme auftreten:

  • Atemprobleme
  • Kopf-, Schulter-, Rückenschmerzen
  • Sodbrennen
  • Emotionale Unausgeglichenheit
  • Verdauungsprobleme
  • Funktionelle Herzprobleme
  • Bewegungseinschränkungen in der Brustwirbelsäule

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Der Bandscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall bezeichnet eine Vorwölbung der Bandscheibe, die dann u. U. zu einem Druck auf das Rückenmark und der Spinalnerven führt. Ursache hierfür können Verletzungen oder Abnutzungserscheinungen sein. Allerdings tritt dies im Bereich der Brustwirbelsäule sehr selten auf.

Die kleinen Wirbelgelenke können sich ebenfalls degenerativ abnutzen und durch Entzündungen Schmerzen verursachen. Dies nennt man Facettengelenksentzündung. Auch das kommt häufiger im Bereich der Lendenwirbelsäule vor, aber auch die Brustwirbelsäule kann betroffen sein.

Durch Muskel- und Faszienverkrampfungen können Wirbel in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein. Man spricht dann von einer Blockade. Diese Verkrampfungen und eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten können mit Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Atemproblemen einhergehen.

Schmerzen in der Brustwirbelsäule vorbeugen

Mit gezielten Kräftigungs- und Mobilisationsübungen lässt sich eine Hyperkyphose gut vorbeugen und vermeiden. Es gilt, durch eine besonders aufrechte Haltung entstehenden Schmerzen entgegenzuwirken und die Beweglichkeit zu verbessern. Gezielte Übungen haben eine positive Auswirkung auf den gesamten Körper.

Die Lendenwirbelsäule

Aufbau der Lendenwirbelsäule

Als Lendenwirbelsäule werden die 5 Wirbel bezeichnet, die zwischen der Brustwirbelsäule und dem Kreuzbein liegen. Die Lendenwirbelsäule hat – wie die Halswirbelsäule – eine physiologische Krümmung nach vorne (Lordose).

Anatomie der Lendenwirbelsäule, BALANCE 7

Die fünf Lendenwirbel sind kräftiger gebaut als die Wirbel der übrigen Wirbelsäule. Sie sind hoch und breit mit einem querovalen, großen Wirbelkörper. Auch die Gelenkfortsätze der Lendenwirbel sind sehr kräftig, da die Lendenwirbelsäule den gesamten Rumpf und den Kopf trägt.

Zwischen den Lendenwirbeln befinden sich – wie in der gesamten Wirbelsäule – Bandscheiben und Bänder. Die Querfortsätze, die seitlich von den Lendenwirbeln abgehen, sind Rippenrudimente, die vom ersten bis zum dritten Lendenwirbel länger werden und bis zum fünften Lendenwirbel allmählich wieder kürzer.

Ist in der Wirbelkette ein Glied dekompensiert, kommt es häufig zu weiteren Überforderungen und einer Dekompensation der angrenzenden, knöchernen und bindegewebigen Wirbelsäulenabschnitte. Die tiefe, thorakolumbale Rückenfaszie übersäuert und verklebt, die Rückenmuskeln werden ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht und fibrosieren zusätzlich. Besonders quälende Rückenschmerzen können sich aus diesem Zustand entwickeln.

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Schmerzen sind in der Lendenwirbelsäule am häufigsten

Im untersten Abschnitt der Wirbelsäule treten mit Abstand die meisten Rückenschmerzen auf. Die Lendenwirbelsäule trägt das gesamte Gewicht des Rumpfes. Im Vergleich zu den anderen Wirbelsäulenabschnitten sind die Wirbelkörper, die diese Last aufnehmen, aber eher klein. Der aufrechte Gang belastet die Wirbelgelenke der Lendenwirbelsäule enorm.

Unsere Bandscheiben, die als Puffer und Federung dienen, verlieren jeden Tag einen Teil ihrer Flüssigkeit. Sie schrumpfen. Über Nacht und im Liegen wird diese Flüssigkeit wieder aufgefüllt, doch mit fortschreitendem Alter lässt dieser Prozess nach. Die Bandscheiben schrumpfen dauerhaft. Das führt dazu, dass die Muskelspannung nachlässt.

Die Lendenwirbelsäule wölbt sich nach vorne. Es entsteht ein zunehmender Hohlrücken, der zusätzlich die Druckbelastung erhöht. Die Folge sind tiefliegende Rückenschmerzen, die gürtelförmig ausstrahlen können. Im Bereich der Lendenwirbelsäule finden zudem die Bewegungen statt, die vom Rumpf in die Beine übergehen. Daran sind Muskelzüge, wie der Hüftbeuger oder die sogenannten Adduktoren (Anziehmuskeln) beteiligt.

Schmerzen in der Lendenwirbelsäule vorbeugen

Häufig kommt es aber auch zu Fehlstellungen der Lendenwirbelsäule, wobei diese vermehrt nach vorne oder aber nach hinten gewölbt wird. Durch eine übermäßige Wölbung der Lendenwirbelsäule nach vorne kann es zu Verkürzungen der Muskeln kommen, welche für die Hüftbeugung verantwortlich sind. Das Becken wird dabei von den Hüftbeugern nach vorne gezogen. Dadurch entsteht das sogenannte Hohlkreuz.

Kommt es zu einer vermehrten Wölbung der Lendenwirbelsäule nach hinten, verkürzen die Muskeln, welche für die Streckung des Hüftgelenks verantwortlich sind.

Das Becken wird dabei vermehrt nach hinten gezogen. In beiden Fällen kommt es dabei zu einer unphysiologischen Haltung, was letztendlich zu Schmerzen in der Lendenwirbelsäule aber auch in der Leiste führen kann.

Durch gezieltes Kräftigungs- und Stabilisationstraining können wir die Bauch- und Rückenmuskulatur stärken und somit Schmerzen und Verletzungen vorbeugen bzw. entgegenwirken.

Für euch schreibt:
Dr. Anne Lägel

Als Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, Physiotherapeutin und Osteopathin helfe ich Dir, Deine Selbstheilungskräfte zu verstehen und gezielt zu aktivieren.

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