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Yoga Nidra – zwischen Schlaf und Erleuchtung

Die Entspannung nimmt im Yoga eine Hauptrolle ein. Immerhin sollen die verschiedenen Asanas nicht nur Deinen Körper formen. Im Ursprung des Yoga war die Praxis vor allem darauf ausgelegt Dich in einen Zustand der Tiefenentspannung zu versetzen und Dich zu einer spirituellen Erkenntnis zu führen. Eine Yogapraxis, die besonders gut geeignet ist um Tiefenentspannung und Seelenfrieden zu erlangen, ist das Yoga Nidra. Wir zeigen Dir, wie es geht!

Artikel vom 18. April 2023
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Was versteht man unter Yoga Nidra?

Nidra ist ursprünglich ein Begriff aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet so viel wie “Schlaf”. Damit erklärt der Name auch das übergeordnete Ziel dieser Yogapraxis sehr anschaulich: Yoga Nidra soll Dich so sehr in die Entspannung be­fördern, dass Du in einen „bewussten Schlaf“ gleitest.

Dieser „bewusste Schlaf“ lässt sich zwischen unserem bewussten Wachzustand und einem Grad der Entspannung einordnen, in dem wir z.B. tagträumen. Fachlich würde man von einem Pendeln zwischen dem Alpha-Zustand, also dem Tagträumen, und dem Beta-Zustand, unserem bewussten Wachsein, sprechen.

Yoga Nidra ist kein körperlich forderndes Yoga, sondern eine Art der Meditation. Der Begründer war Swami Satyananda Saraswati. Die Ursprünge dieser Form des Yoga stammen aus dem Patanjali.

Ziele des Yoga Nidra

Yoga Nidra im Schneidersitz

Wir können zwischen dem spirituellen und dem körperlich-geistigen Ziel unterscheiden. Spirituell spricht Begründer Swami Satyananda Saraswati von einem Zustand der Glückseligkeit, den man erreichen könne, wenn man Körper, Geist und Seele gleichermaßen in die Entspannung bringt. Grundsätzlich soll Yoga Nidra aber auch den Abbau von Stress erreichen und eine höhere Resilienz gegenüber Reizüberflutung von außen aufbauen.

Als Techniken, die dem Yoga Nidra sehr ähnlich sind, gelten die progressive Muskelentspannung und auch das autogene Training beziehungsweise die Traumreisen.

Wie kann man Yoga Nidra lernen?

Es wird im Sitzen oder im Liegen praktiziert, damit Du vollständig in die Entspannung sinken kannst. Während der gesamten Einheit durchschreitest Du verschiedene Stationen, die Schritt für Schritt Deinen Körper, Deinen Geist und Deine Seele in die Tiefenentspannung führen sollen.

Die liegende Position im Yoga wird auch „Shavasana“ genannt. Hierfür begibst Du Dich einfach in Rückenlage. Beispiele für eine sitzende Yoga-Position sind der Schneidersitz, der Fersensitz oder Du entscheidest Dich für einen aufrechten Sitz auf einem Stuhl.

In der Regel dauert eine Einheit zwischen 30 bis 45 Minuten. Nimm Dir also ausreichend Zeit, wenn Du Yoga Nidra zu Hause allein praktizieren willst.

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Yoga Nidra Schritt für Schritt erklärt:

Setz Dich hin oder lege Dich auf den Boden. Wähle dabei eine Position, die für Dich auch auf Dauer bequem ist.

Spüre, höre und nimm Deine Umwelt um Dich herum wahr. Fühle, wie Deine Haut auf den Boden trifft, lausche auf Deine Umgebungsgeräusche, nimm die Temperatur bewusst wahr.

Konzentriere Dich mit Hilfe einer Affirmation auf Dich selbst. In diesem Moment möchtest Du etwas manifestieren. Achte darauf, dass Deine Affirmation positiv formuliert ist und leicht zu merken. „Ich bin geliebt“, „Ich erfreue mich bester Gesundheit“ oder „Glück durchströmt mein Leben“ sind unkomplizierte und wirkungsvolle Beispiele.

Nun folgt die einzige Asana, welche Yoga Nidra zu bieten hat. Beim Nyasa vollziehst Du einen mentalen Body Scan. Du fühlst also vom Scheitel bis zur Sohle mental in jedes Körperteil hinein. Dabei hältst Du Dich nicht lang mit jedem Körperteil auf, sondern fühlst nur einmal kurz hinein und zeichnest so eine Landkarte Deines Körpers.

Danach folgt die Atemwahrnehmung. Spüre Deine eigenen Atemzüge, ohne die Atemfrequenz bewusst zu steuern. Fühle beispielsweise wie der Atem durch Deine Nase strömt oder nimm bewusst wahr, wie sich Dein Brustkorb hebt und senkt.

Als nächstes kommt die bewusste Wahrnehmung Deiner Emotionen und Gefühle. Dabei erinnerst Du Dich gezielt an Gegensatzpaare wie Trauer/Freude oder auch Empfindungen wie Wärme/Kälte oder süß/salzig. Du rufst diese Empfindungen bewusst ab und lässt sie wieder gehen.

Nun visualisierst Du Orte, die in Dir besonders starke Emotionen hervorrufen. Anstelle von Orten kannst Du auch Dinge abrufen, die Deine Selbstwahrnehmung unterstützen.

Du beendest die Einheit damit, dass Du Deine Affirmation noch einmal wiederholst. Mit der dreifachen Wiederholung des meditativen „Om“ tastest Du Dich zurück in den bewussten Wachzustand.

Oft wird empfohlen, Yoga Nidra nicht allein, sondern mit Hilfe einer anleitenden Person zu praktizieren. Durch die Konzentration auf eine Stimme von außen lässt sich die Entspannung einfacher erreichen, weil Du geführt wirst und Dich nicht selbst durch die einzelnen Stationen der Einheit leiten musst.

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Wie wirkt Yoga Nidra?

Der Mischung aus meditativer, spiritueller Praxis und Körperwahrnehmung sagt man einige, positive Effekte nach. So sorgt es für:

  • eine geringere Reizbarkeit
  • einen tieferen Schlaf
  • eine erhöhte Stressresistenz
  • Tiefenentspannung für Körper, Geist und Seele
  • eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit
  • mehr Energie
  • die Auflösung körperlicher Verspannungen
  • einen bewussteren Umgang mit Dir selbst, Deinem Umfeld und der Welt

Yoga Nidra ist gleichsam für Beginner, Fortgeschrittene und völlig Unerfahrene geeignet. Regelmäßig praktiziert, kann diese Form des Yoga einen nachhaltig ausgleichenden Effekt auf Deine Stimmung und Deine körperliche Spannung haben. Deshalb eignet sich die Praxis besonders gut für Menschen, die sehr unter stressbedingten Verspannungen leiden.

Bei Schlafstörungen kann Yoga Nidra eine passende Variante der Einschlafmeditation darstellen. Ebenso kann es chronische Müdigkeit lindern. Selbst wenn kein physischer Schlaf folgt, sollen Yogis sich nach einer Einheit erfrischt und ausgeruht fühlen. Einen Versuch ist es wert!

Tiefenentspannung im Yoga

Frau macht eine Yogaübung zur Tiefenentspannung


Zusätzlich zu Yoga Nidra wurden weitere Techniken entwickelt, um den bewussten Entspannungsprozess zu fördern. Dazu gehören beispielsweise die klassische Yoga-Tiefenentspannung, Phantasiereisen, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung (PMR) und Bodyscan.

Die Tiefenentspannung ist ein wesentlicher Bestandteil des Yoga und wird in ganzheitlichen Yoga-Praktiken regelmäßig praktiziert. In unserem Yoga-Kurs erfährst Du in der fünften Kurseinheit mehr über Entspannungstechniken. Unsere Trainerin, zertifizierte Yogalehrerin und Yogatherapeutin Stefanie begleitet Dich auf einer entspannenden Reise in die Welt des Yoga und vermittelt Dir die wichtigsten Grundlagen. Erfahre hier mehr über unseren Yoga-Kurs für Einsteiger.

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Häufige Fragen – FAQ

Was ist der Sankalpa (Vorsatz) bei Yoga Nidra?

Der Sankalpa ist ein kurzer, klar formulierter Vorsatz, den Du während Yoga Nidra im Zustand tiefer Entspannung verinnerlichst. Er wird oft in der Ich-Form und positiv ausgerichtet gewählt, wie beispielsweise „Ich vertraue mir“ oder „Ich handle mit Klarheit“. Er dient nicht als Wunschdenken, sondern als innere Ausrichtung, die langfristige Veränderungen unterstützen kann.

Ist Yoga Nidra nur Entspannung oder auch Schlaf?

Yoga Nidra ist ein Zustand zwischen Wachsein und Schlaf. Du bist körperlich tief entspannt, aber geistig wach und bewusst. Auch wenn viele Menschen das Gefühl haben, „wegzudriften“, bleibt ein Teil des Bewusstseins aktiv. Im Unterschied zum normalen Schlaf wirst Du bewusst durch die Entspannung geführt. Yoga Nidra ist daher mehr als reine Entspannung, aber kein klassischer Schlaf.

Wie unterscheidet sich Yoga Nidra von normaler Meditation?

Während Meditation meist im Sitzen und mit aktivem Fokus stattfindet, wird Yoga Nidra liegend praktiziert und führt Dich systematisch durch verschiedene Wahrnehmungs- und Entspannungsebenen. Meditation erfordert oft Konzentration, während Yoga Nidra bewusst auf Loslassen, passives Beobachten und Körperwahrnehmung ausgerichtet ist. Der Zustand ähnelt eher bewusstem Träumen oder einer geführten Reise ins Unterbewusstsein. Beide Methoden fördern Achtsamkeit, arbeiten jedoch mit unterschiedlichen Zugängen.

Was bewirkt Yoga Nidra im Gehirn / Nervensystem?

Yoga Nidra aktiviert den Parasympathikus, den Teil des Nervensystems, der für Regeneration, Erholung und Stressabbau zuständig ist. Gleichzeitig sinken Herzfrequenz, Muskelspannung und Atemfrequenz. Dieser Zustand fördert Neuroplastizität (Lernen des Gehirns), emotionale Verarbeitung und innere Ruhe. Viele Menschen erleben nach Yoga Nidra mehr Klarheit, Gelassenheit und bessere Schlafqualität.

Hilft Yoga Nidra bei Stress / Burnout?

Ja, Yoga Nidra gilt als sehr wirksame Methode gegen Stress, mentale Erschöpfung und frühe Burnout-Symptome. Die tiefe Entspannung reduziert Stresshormone wie Cortisol und bringt das Nervensystem wieder ins Gleichgewicht. Besonders hilfreich ist, dass Yoga Nidra auch bei starkem Erschöpfungszustand möglich ist, weil es keine aktive körperliche Anstrengung erfordert.

Kann ich Yoga Nidra jeden Tag machen?

Ja, Yoga Nidra kannst Du problemlos täglich praktizieren, selbst bei kurzer Dauer von 10 bis 20 Minuten. Die regelmäßige Wiederholung verstärkt die positiven Effekte auf Nervensystem, Schlafqualität und mentale Ausgeglichenheit. Viele nutzen Yoga Nidra morgens zur Klarheit oder abends zum Runterfahren. Wichtig ist nur, einen ruhigen Ort und eine bequeme Liegeposition zu wählen.

Wann sollte man Yoga Nidra nicht praktizieren?

Yoga Nidra ist grundsätzlich sehr sicher, sollte aber bei akuten psychischen Krisen, schweren Traumata oder dissoziativen Zuständen nur unter fachlicher Begleitung angewendet werden.

Menschen, die bei tiefen Entspannungszuständen Angst empfinden, profitieren von einer sanften, geführten Einführung. Direkt nach großen Mahlzeiten oder in sehr lauter Umgebung ist Yoga Nidra weniger wirkungsvoll. Wenn Unsicherheiten bestehen, hilft ein kurzes Gespräch mit einer therapeutisch geschulten Fachperson.

Für euch schreibt:
Stefanie Schmidt

Als zertifizierte Yogalehrerin und Yogatherapeutin erfüllt es mich, diese Jahrtausende alte Übungspraxis mit all ihren positiven Effekten an Dich weitergeben zu können.

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