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Die Lendenwirbelsäule: Funktion, Bedeutung und Schmerzursachen

Die Lendenwirbelsäule, ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Wirbelsäule. Sie besteht aus mehreren Wirbeln, die eine tragende Rolle bei der Stabilisierung des Rückens spielen und ermöglicht Bewegungen wie Beugen und Drehen. Aufgrund ihrer zentralen Position ist sie aber auch anfällig für verschiedene Schmerzursachen. Wir erklären Dir Aufbau, Funktion und mögliche Schmerzquellen der Lendenwirbelsäule und wie Du sie wirksam stärken kannst.

Artikel vom 01. Dezember 2023
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Aufbau und Funktion der Lendenwirbelsäule

Die Lendenwirbelsäule bildet das tragende Fundament des unteren Rückens. Sie besteht aus den fünf untersten Wirbeln der Wirbelsäule, die als Lendenwirbel bezeichnet werden (L1 bis L5). Diese Wirbel sind größer und kräftiger als die Wirbel in anderen Teilen der Wirbelsäule, da sie das Gewicht des Oberkörpers tragen und eine wichtige Rolle für die Stabilität und Beweglichkeit des Rückens spielen.  

Insgesamt besteht die Lendenwirbelsäule aus folgenden Elementen: 

  1. Wirbelkörper (Vertebrae): Jeder Lendenwirbel hat einen massiven Wirbelkörper, der das Hauptgewicht trägt. Diese Wirbelkörper sind größer und breiter im Vergleich zu den Wirbeln in anderen Abschnitten der Wirbelsäule. 
  1. Wirbelbogen (Arcus vertebrae): Der Wirbelbogen erstreckt sich vom Wirbelkörper nach hinten und bildet mit dem Wirbelkörper einen Hohlraum, in dem das Rückenmark verläuft. Der Wirbelbogen besteht aus zwei Pedikeln und zwei Laminae. 
  1. Dornfortsatz (Processus spinosus): Der Dornfortsatz ist ein nach hinten ragender Fortsatz an der Wirbelsäule, den man oft am Rücken fühlen kann. Die Muskeln und Bänder sind an diesen Fortsätzen befestigt. 
  1. Querfortsätze (Processesus costalis): An den Seiten der Wirbel befinden sich die Querfortsätze. Diese dienen als Befestigungspunkte für Muskeln und Bänder und tragen zur seitlichen Stabilität der Wirbelsäule bei. 
  1. Zwischenwirbelloch (Foramen intervertebale): Zwischen den benachbarten Wirbeln gibt es Öffnungen, die als Zwischenwirbelloch oder Foramen intervertebrale bezeichnet werden. Durch diese Öffnungen treten Nervenwurzeln aus dem Rückenmark aus. 
  1. Bandscheiben (Discus intervertebralis): Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern und dienen als Stoßdämpfer. Sie bestehen aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem gelartigen Kern (Nucleus pulposus). 
  1. Ligamente und Muskeln: Verschiedene Bänder (Ligamenta) und Muskeln verbinden die Wirbel miteinander und sorgen für Stabilität und Beweglichkeit. Zu den wichtigsten Bändern gehören das vordere und hintere Längsband (Ligamentum longitudinale anterius und posterius) und das Gelbe Band (Ligamentum flavum).

Funktion und Bedeutung

Die Lendenwirbelsäule hat mehrere wichtige Funktionen im menschlichen Körper: 

Tragfunktion: Die Lendenwirbelsäule trägt einen Großteil des Körpergewichts und spielt daher eine entscheidende Rolle bei der aufrechten Haltung und Stabilität des menschlichen Körpers. Die Wirbelkörper sind größer und robuster, um das Gewicht des Oberkörpers zu unterstützen. 

Beweglichkeit: Die Lendenwirbelsäule ermöglicht eine gewisse Flexibilität und Beweglichkeit, die für alltägliche Aktivitäten wie Bücken, Drehen und Beugen erforderlich ist. Die Wirbel sind so gestaltet, dass sie eine gewisse Bewegung in verschiedenen Richtungen zulassen. 

Schutz des Rückenmarks: Der Wirbelbogen bildet gemeinsam mit den Wirbelkörpern einen Schutz um das Rückenmark. Das Rückenmark verläuft durch den Wirbelkanal, der durch die Wirbelbögen gebildet wird. 

Übertragung von Kräften: Die Lendenwirbelsäule überträgt Kräfte zwischen dem Oberkörper und dem Becken. Dies ist wichtig für die Lastenübertragung und eine effiziente Bewegung des Körpers. 

Verbindung zu den Extremitäten: Die Lendenwirbelsäule bildet die Verbindung zwischen dem Rumpf und den unteren Extremitäten. Sie spielt daher eine Schlüsselrolle bei der Übertragung von Kräften und Bewegungen zwischen Ober- und Unterkörper. 

Aufnahme von Stoßbelastungen: Die Bandscheiben zwischen den Lendenwirbeln dienen als Stoßdämpfer und absorbieren Stöße und Belastungen, die bei verschiedenen Bewegungen auftreten können. 

Haltung und Gleichgewicht: Die Lendenwirbelsäule trägt wesentlich zur Aufrechterhaltung einer guten Körperhaltung und eines stabilen Gleichgewichts bei. Eine starke und stabile Lendenwirbelsäule ist daher entscheidend für eine gesunde Körperhaltung. 

Von Blockaden bis Fehlstellungen: Häufige Ursachen von Schmerzen in der Lendenwirbelsäule

Frau mit ziehenden Schmerzen in der LWS

LWS-Syndrom

Das Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom) ist keine eigenständige medizinische Diagnose, sondern vielmehr ein Sammelbegriff, der verschiedene Faktoren und Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule umfasst. Es beschreibt eine Vielzahl von Symptomen und Zuständen, die mit Schmerzen, Beschwerden und Funktionsstörungen in der Region der Lendenwirbelsäule verbunden sind. Es kann durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden und die Symptome können von Person zu Person variieren. 

Die Symptome des LWS-Syndroms können von akuten Schmerzen bis zu chronischen Beschwerden reichen. Dazu gehören Schmerzen im unteren Rücken, Steifheit, eingeschränkte Beweglichkeit, Muskelschwäche oder Taubheitsgefühl in den Beinen.

Faktoren, die zum LWS-Syndrom beitragen können, sind folgende: 

Bandscheibenvorfälle: Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der weiche Kern einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring tritt und auf benachbarte Nerven drückt. Die Folgen sind stechende Schmerzen, die in Arme und Beine ausstrahlen können. 

Degenerative Veränderungen: Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule durch Alterung oder Überlastung können zu Arthrose und anderen degenerativen Veränderungen führen, die ebenfalls Schmerzen verursachen. 

Muskelverspannungen: Verspannungen oder Verkrampfungen der Muskulatur im Lendenwirbelsäulenbereich können ziehende und drückende Schmerzen auslösen und Bewegungseinschränkungen fördern. 

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis): Hierbei verschiebt sich ein Wirbel gegenüber dem darunter liegenden Wirbel, was zu schmerzenden Beschwerden und Instabilität führen kann. 

Fehlhaltungen und Überlastung: Lang anhaltende Fehlhaltungen, falsches Heben oder Überlastung strapazieren Bänder und Sehnen, können zu muskulären Dysbalancen im gesamten Rückenbereich führen und auch zu Verspannungen und Schmerzen in der Lendenwirbelsäule beitragen. 

Entzündliche Erkrankungen: Entzündliche Erkrankungen wie Arthritis können mit Schmerzen in verschiedenen Rückenbereichen einhergehen – u.a. in der Halswirbelsäule aber auch in der Lendenwirbelsäule. 

Skoliose 

Skoliose ist eine seitliche Krümmung der Wirbelsäule, die zu einer Verdrehung der Wirbel und zu einer Verformung des Brustkorbs führen kann. Die Ursachen von Skoliose können vielfältig sein. Zu den häufigsten gehören: 

Idiopathische Skoliose: Dies ist die häufigste Form der Skoliose, bei der die genaue Ursache unbekannt ist. Sie tritt oft während des Wachstumsschubs in der Adoleszenz auf. 

Kongenitale Skoliose: Diese Form entsteht durch angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule während der Embryonalentwicklung. 

Neuromuskuläre Skoliose: Erkrankungen des Nervensystems oder Muskelsystems, wie z.B. Muskeldystrophie oder Zerebralparese, können zu Skoliose führen, da die Muskeln die Wirbelsäule nicht ausreichend stabilisieren können. 

Degenerative Skoliose: Durch Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule im Erwachsenenalter, oft in Verbindung mit Arthrose, kann sich eine Skoliose entwickeln. 

Posturale oder funktionelle Skoliose: Diese kann aufgrund von Haltungsungleichgewichten oder Muskelungleichgewichten entstehen, jedoch nicht durch strukturelle Veränderungen in der Wirbelsäule verursacht sein. 
 

Die genaue Ursache einer Skoliose kann variieren und in vielen Fällen bleibt sie unklar. Zudem können die Symptome bei Skoliose je nach Alter, Ausprägung und Fortschritt der Verkrümmung variieren. Einige Symptome sind vorwiegend ästhetischer Natur, während andere erst im mittleren Lebensalter durch zunehmenden Verschleiß auftreten. Bei starken Verkrümmungen können jedoch ernstere Auswirkungen auftreten, insbesondere wenn die Funktion der Organe durch die veränderte Körperhaltung beeinträchtigt wird.

Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste Therapieansätze, wie Physiotherapie oder in manchen Fällen auch orthopädische Korsetts oder chirurgische Eingriffe, können dazu beitragen, das Fortschreiten der Skoliose zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. 


Wenn Du noch mehr Informationen zu den Ursachen von Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und im unteren Rückenbereich erfahren willst, empfehlen wir Dir unseren Artikel zu Schmerzen im unteren Rücken. Dort findest Du neben passenden Übungen auch detaillierte Einblicke in die Auslöser, Symptome und Unterscheidung der Schmerzen sowie Hinweise darauf, wann ein Arzt konsultiert werden sollte.

Wie Du Deine Lendenwirbelsäule entlasten und stärken kannst

Um Verspannungen und Schmerzen vorzubeugen, ist es entscheidend, dass Du die Lendenwirbelsäule entlastest und gezielt stärkst. Vor Beginn jeglicher Maßnahmen solltest Du jedoch Rücksprache mit einem Arzt halten, idealerweise einem Orthopäden oder einem Wirbelsäulenspezialisten. Sie können Dir individuelle Empfehlungen und Anleitungen bieten, die auf Deine spezifischen Bedürfnisse und Deinen Gesundheitszustand zugeschnitten sind.

Vorbeugung und Behandlungsmethoden

Schmerzen in der Lendenwirbelsäule kannst du durch verschiedene Methoden behandeln oder vorbeugen: 

Wärme: 

  • Durch die Anwendung von Wärme, z. B. mit einem warmen Kissen oder einer Wärmflasche, kannst Du die Durchblutung fördern und Deine Muskulatur entspannen. Warme Bäder oder Duschen sind bei Schmerzen ebenfalls wohltuend. 

Akupressur: 

  • Durch sanften Druck auf bestimmte Akupressurpunkte im Bereich der Lendenwirbelsäule können Spannungen wirksam gelindert werden. Dies kann mit den Fingern, Daumen oder speziellen Akupressur-Tools erfolgen. 

Manuelle Entspannungstechnik: 

  • Mit Entspannungstechniken wie sanftes Dehnen, Yoga oder progressive Muskelentspannung können Dir ebenfalls helfen, die Muskulatur um Deine Lendenwirbelsäule zu lockern und Schmerzen zu reduzieren. 

Triggerpunkt Massage: 

  • Die gezielte Massage von Triggerpunkten, insbesondere in der Rückenmuskulatur ist eine weitere Methode, die zur Schmerzlinderung beitragen kann. Hierbei kommen unter anderem auch Massagebälle oder -rollen zum Einsatz. 

Alltagstipps: 

  • Die Verwendung von Hilfsmitteln wie lendenstützenden Kissen oder ergonomischen Stühlen kann Dich im Alltag dabei unterstützen, Deine Haltung zu verbessern und dadurch die Belastung auf Deine Lendenwirbelsäule zu reduzieren. Achte zudem im Alltag auf regelmäßige Pausen.

Übungen für die Lendenwirbelsäule 

Um Beschwerden der Lendenwirbelsäule vorzubeugen, ist es wichtig, dass Du regelmäßige Bewegung in Deinen Alltag integrierst. Stärke zudem Deine Muskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule durch ein gezieltes Training, das auch die gesamte Rücken- und Bauchmuskulatur einschließt.

Wir zeigen Dir in diesem Artikel 2 Übungen, mit denen Du sie wirksam kräftigen und Deine gesamte Wirbelsäule mobilisieren kannst. Noch mehr wertvolle Übungen für den unteren Rücken findest Du zudem in unserem Artikel Die besten Übungen gegen Schmerzen im unteren Rücken. Schau gern rein und starte mit sanften Übungen in einen aktiven, rückenstützenden Alltag.

Gehaltene Kniebeuge mit Rumpfrotation 

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Wirkung:
Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, Stabilisation der aufrichtenden Rückenmuskulatur und Mobilisation der Wirbelsäule. 

Abfolge:
Stelle Deine Füße etwa schulterbreit auseinander und hebe beide Arme in U-Halte nach oben. Gehe in die Knie, so dass Deine Knie ca. 90° gebeugt sind. Achte darauf, dass Dein Rücken dabei aufrecht bleibt. Beginne jetzt Deinen gesamten Oberkörper erst in die eine Richtung und dann langsam in die andere Richtung zu drehen. Atme aus, wenn Du Dich nach links oder rechts drehst und wieder ein, wenn Du Dich zurück zur Mitte drehst. 

Tipp: Achte darauf, dass Dein Rücken während der gesamten Übung gerade bleibt. Atme aus, wenn Du Deinen Oberkörper in eine Richtung drehst und atme ein, wenn Du wieder zurück zur Mitte kommst. 

Brustkorb öffnen 

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Wirkung:
Mobilisation der Wirbelsäule rotatorisch, Stabilisation der Rücken- und Bauchmuskulatur. 

Abfolge:
Nimm den 4-Füßler-Stand ein. Deine Hände stehen unter den Schultergelenken und Deine Knie unter den Hüftgelenken. Dein Rücken ist gerade und in einer neutralen Position. Beim Einatmen hebst Du Deinen Arm vom Boden ab und führst ihn seitlich nach oben, Dein Blick folgt dabei Deiner Hand. Beim Ausatmen schiebst Du den Arm zurück und unter dem Körper auf die andere Seite durch. Wiederhole diese Ausführung, bevor Du die Seite wechselst.  

Tipp: Dein Rücken sollte während der gesamten Übung gerade bleiben. Atme ein, wenn Du Deinen Brustkorb öffnest und atme aus, wenn Du Deinen Arm unter dem Körper durchführst 

Für Schreibtischhelden

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Für euch schreibt:
Stefanie Diestel

Mit meiner Erfahrung als Physiotherapeutin mit eigener Praxis und Vizepräsidentin des Volleyballvereins Grimma e.V. helfe ich Dir, Schmerzen besser zu verstehen und ihnen wirksam vorzubeugen.

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